Was Sie vom Werdegang einer Edelstein-Großhändlerin lernen können!

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Mit einem klaren Weg überzeugen.
Mit einem klaren Weg überzeugen.

Heute habe ich ein ganz besonderes Thema für Sie: mein Austausch mit einer befreundeten Edelstein-Großhändlerin aus Idar-Oberstein, die zusammen mit Ihrem Geschäftsführungskollegen ein sehr bekanntes Unternehmen aufgebaut hat.

Als sie sich 1991 entschied, in die Geschäftsleitung einzusteigen, brachte sie fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen mit – aber kein Fachwissen aus der Schmuckindustrie. Die Liebe zu den Edelsteinen und ein gesundes Unternehmen haben sie dazu bewogen, diese verantwortungsvolle Position zu übernehmen.

Durch die Auseinandersetzung mit dem Edelstein-Markt hat sie darüber hinaus ihre Liebe zum Achat entdeckt. – Das verbindet uns beide. Dieser Stein ist so facettenreich und ausdrucksstark, das sich fast jeder sofort in seinen Bann ziehen lässt.

In unserem Gespräch habe ich sie gefragt, ob es für sie schwierig gewesen sei, – als Frau – in diesen Markt einzusteigen. Dies verneinte sie, da es in Deutschland seit vielen Generationen Frauen waren, die in den Vorstandsetagen der Schmuckindustrie mit die Richtung bestimmten.

Im Ausland jedoch war es nicht immer so einfach. Dazu eine kleine Geschichte:

„Edelstein-Großhändler kaufen in der ganzen Welt ein. Unter anderem auch in Asien. Dort war sie mit ihrem Kollegen in den 90iger Jahren, um Dinge direkt vor Ort zu klären. Der Inhaber hat sie beide zum Gespräch gebeten, jedoch ausschließlich mit ihrem männlichen Kollegen gesprochen. Sie wurde vollkommen ignoriert. Natürlich ein unangenehmes Gefühl, das sie sich „gerne“ gemerkt hat.

Als sie wieder in Deutschland waren, kam dann die nächste Rechnung von diesem Händler. Der war sehr überrascht, dass die Zahlung ausblieb. Als er sich dann meldete und merkte, dass die ignorierte Geschäftsführerin seine Geldgeberin war, verwandelte sich sein Verhalten schnell ins Gegenteil. – Seitdem funktioniert die Zusammenarbeit hervorragend J.“

Das Unternehmen hat sich am Markt nicht nur wegen dieses klaren Verhaltens und Verantwortlichkeiten durchgesetzt, sondern auch aufgrund:

  • hoher Qualität
  • hoher Zuverlässigkeit
  • seines Vorreiter-Daseins hinsichtlich der neuesten Trends auf dem Edelsteinmarkt und
  • des persönlichen, fast familiären Umgangs miteinander

Sie und ihr Geschäftsführungskollege haben das nicht zuletzt deshalb geschafft, weil sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit ergänzen. Ihnen ist ebenfalls wichtig, noch jeden Handgriff selber ausüben zu können und bei Bedarf mit anzupacken. Durch dieses Vorbildverhalten haben sie eine große Akzeptanz im eigenen Team.

Mir persönlich gefällt es immer sehr, mich in den Verkaufsräumen aufzuhalten. Denn ich merke jedes Mal, dass nicht nur intern ein gutes Klima herrscht, sondern auch der Kunde fast schon familiär und mit einer hohen Wertschätzung behandelt wird.

Dann interessierte mich, ob es eine ausgeklügelte Planung gibt, wonach man das Unternehmen ausrichtet. Eine simple Antwort: vor allem die Messen (Idar-Obersteiner Intergem, München Inhorgenta usw.), die jährlich stattfinden, bestimmen die Planung; sowie die Marktentwicklung, auf die das Unternehmen manchmal sehr schnell reagieren muss.

Zum Abschluss wollte ich gerne wisse, warum sie sich 1991 eigentlich diesen Schritt zugetraut hat. Denn der Wert, der hinter diesem Unternehmen steht, ist wirklich enorm hoch.

Ihrer Meinung nach hat sie der frühe Tot ihres Vaters geprägt. Dadurch musste sie schon in jungen Jahren Verantwortung im Großhandel der Eltern übernehmen, was sie für die Aufgabe der Geschäftsführerin mit ausreichendem Selbstbewusstsein und unternehmerischem Denken ausgerüstet hat.

Was können wir nun als Leser davon lernen?

  • Eine persönliche Note in der Zusammenarbeit – sei es in Richtung der Mitarbeiter oder in Richtung des Kunden – schadet nicht, sondern bedeutet eine hohe Identifikation und Bindung. Das gute Gefühl ist es, das es Menschen ermöglicht, zu vertrauen, entspannt zusammenzuarbeiten und letztendlich zu kaufen.
  • Diese Bindung entsteht, wenn man authentisch, offen, interessiert und wertschätzend mit anderen Menschen umgeht. Dann kann man auch mal neuen Markttrends folgen, ohne zu wissen, ob sie heute schon umgesetzt werden können.
  • Unterschiedlichkeit im Handeln und Tun sollte man als Chance begreifen und im Tagesgeschäft als sich ergänzende Eigenschaften nutzen.
  • Je kleiner eine (Unternehmens-)-Einheit ist, umso direkter kann man führen. Das ist ja nun eigentlich eine Binsenweisheit. Aber, wenn man das auf das Führen von Teams im Allgemeinen überträgt, zeigt es, dass Verlässlichkeit und Wertschätzung keine Gefühlsduseleien sind, sondern es sich lohnt, sich mit jedem Mitarbeiter auseinanderzusetzen, um gemeinsam Prozesse voranzubringen.
  • Einen Karriereschritt weiter gehen oder vielleicht auch 2 oder 3 Stufen auf einmal zu nehmen, kann gut funktionieren, wenn man sich im Kollegenteam gut abstimmt; sich im Unternehmen gut vernetzt und sich nicht zu schade ist, auch von anderen Rat und Tat anzunehmen.
  • Über den Tellerrand schauen, sich immer wieder Neuem stellen, machen den Arbeitstag spannend und abwechslungsreich.
  • Und noch vieles mehr. Schön ist es, dass man diese Form des Umgangs und der Arbeit auf jedes Team übertragen kann. Beherrscht man die Zusammenarbeit im Kleinen, kann man auch in einem großen System – vielleicht sogar in einem Konzern – nachhaltig Fuß fassen.

An dieser Stelle bedanke ich mich herzlich, dass ich diese Fragen stellen durfte!

Mich beflügelt diese Erfolgsgeschichte und ich hoffe, dass auch Sie etwas für sich daraus mitnehmen können.

Schreiben Sie mir Ihre Meinung!

Herzliche Grüße
Martina Frahn

Foto: Graphicstock

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