Tipps und Tricks, wie Sie Ihre (versteckten) Talente sichtbar machen!

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Sicherlich haben Sie sich bereits Gedanken dazu gemacht,
• was Sie alles können,
• ob das überhaupt wichtig für Ihren zukünftigen Arbeitgeber ist und
• wie Sie das richtig gut in Szene setzen können.

Dazu gibt es ja viele Ratgeber, Nachschlagewerke und Checklisten. Alle haben ihre Berechtigung und zeigen Ihnen sehr gut auf, was Sie tun sollten.
Und doch bleibt die Unsicherheit, ob es auch das Richtige ist.

Formal vorzugehen, fällt Ihnen sehr wahrscheinlich nicht schwer. So ein Lebenslauf ist schnell erstellt.
Aber eine Frage stellt sich doch: liest mein Gegenüber genau das heraus, was er oder sie braucht, um mich zu einem Interview einzuladen?

Um genau das zu erreichen, müssen Sie Ihre offensichtlichen und versteckten Talente „geschickt in Szene setzen“.

Erstellen Sie hierfür zunächst Ihren Lebenslauf, nicht entsprechend der hohen Kunst, – außer Sie haben dieses Werk bereits vollbracht 🙂 -, sondern so, wie es Ihnen momentan auf die Schnelle möglich ist. Mit allen wichtigen Stationen in Ihrem Leben: Schulzeit, Ausbildung, (erste) Berufserfahrung.

Dies ist die Grundlage für Ihr weiteres Arbeiten.

Dann machen Sie sich klar, nach welchen Kriterien in einer Stellenanzeige gesucht wird:
• Fachwissen
• Soziale Kompetenzen
Am besten nehmen Sie sich sogar ein aktuelles Stellenangebot, auf das Sie sich gerne bewerben möchten.

Und nun stellen Sie sich folgende Fragen:
• Was bringe ich alles an theoretischem und faktischem Wissen mit?
• Wo und wie habe ich dieses Wissen erlangt?
• Habe ich Brüche in meinem bisherigen Leben?
• Warum sind sie entstanden und was hatte dies für Auswirkungen auf mein weiteres Leben?
• Wie gehe ich mit anderen Menschen um – verhalte ich mich also in der sozialen Interaktion (schönes Wort nicht wahr :-), trifft´s aber an dieser Stelle sehr gut)?
• Was möchte ich, das mein Gegenüber von mir wissen sollte?

Das kann Ihnen noch viel zu abstrakt sein. Deshalb mein Vorschlag: gehen Sie in eine richtige Live-Szene mit einer Person, die mit Ihnen zum Beispiel ein Vorab-Telefoninterview durchspielt.
Zunächst erzählen Sie Ihrem Gegenüber, was Sie alles in Ihrem Leben gemacht haben und nehmen dafür meine Fragen zur Hilfe.
Auf diese Weise haben Sie sich schon einmal „warm geredet“.

Nun wechseln Sie – auch örtlich – die Positionen. Sie sind der Recruiter, der für das Unternehmen aufgrund eines Telefoninterviews entscheiden muss, ob er den nächsten Schritt gehen soll. Nämlich, Sie persönlich kennenzulernen.
Ihr Sparringspartner antwortet in Ihrem Namen auf diese Fragen.
Das mag Ihnen zunächst komisch vorkommen. Oder Sie denken, der andere kann mich doch gar nicht richtig darstellen. Aber lassen Sie sich einfach einmal auf dieses Szenario ein. Sie werden merken, dass Sie nach und nach die Perspektive verändern können und, dass Sie merken, was aus der Personalerperspektive wichtig ist.

Und genau das müssen Sie festhalten.
Schreiben Sie Ihre Erkenntnisse zunächst stichwortartig auf. Nehmen Sie einfach den Wortlaut, den Sie im Gespräch mit Ihrem Gegenüber verwenden.
Damit füllen Sie nach und nach Ihr Blatt.

Nun schauen Sie sich diese Einzelheiten an und streichen an, welche Ihnen wichtig sind und Sie einem Recruiter gegenüber darstellen möchten.

Als nächstes formulieren Sie diese einzelnen Erkenntnisse nach folgendem Schema um:
Ereignis – Ihr Verhalten – Auswirkung auf Ihr Gegenüber (z.B. Nutzen für ein Unternehmen, Nutzen für einen Sportverein) – Ihr Wissen/Kenntnisse, das/die Sie in diesem Zusammenhang genutzt haben – – Ihr Lernerfolg – der Nutzen für zukünftige berufliche Schritte
Wenn Sie mögen, drucken Sie sich einfach die folgende Liste aus:
Schema Talente endecken

So nach und nach entsteht auf diese Weise die Quintessenz Ihres bisherigen beruflichen (und privaten) Lebens.

Diese können Sie als separates Blatt vor Ihren Lebenslauf einfügen, damit der Recruiter sofort Ihre wichtigsten Kenntnisse und den Nutzen, den sein Unternehmen von Ihnen hat, sieht.

Damit es noch konkreter wird, erzähle ich Ihnen an dieser Stelle eine kleine Geschichte.
Vor einigen Jahren bin ich von einem Kunden gefragt worden, ob er sich auf die Position eines Projektleiters bewerben solle. Er hatte aus seiner Sicht keinerlei Projekt- oder Führungserfahrung und war auch mit 26 Jahren noch sehr jung, sodass er besorgt war, von den zukünftigen Projektmitarbeitern möglicherweise nicht akzeptiert zu werden. Doch eines wusste er: er wollte diese Position unbedingt und „fühlte“ sich auch dafür gewappnet. Nur woran er das festmachen konnte und warum er sich so sicher war, konnte er nicht benennen.

Wir haben daraufhin seinen Lebensweg betrachtet. Dabei wurde sofort deutlich, dass er schon im Alter von 14 Jahren die erste „Führungsverantwortung“ innerhalb der Kindergruppe der Freiwilligen Feuerwehr übernommen hatte. Da die Mitarbeit bei der Feuerwehr weiterhin seine Leidenschaft blieb, hat er immer wieder neue Verantwortung in der Leitung von Feuerwehr-Teams übernommen.
Damit ist klar, „Führungsverantwortung“ hat er bereits über viele Jahre gelebt. Dieses Wissen hat er nicht durch die Theorie in Seminaren erlangt, sondern durch das Tun selber.

Während unserer intensiven Arbeit begann er plötzlich davon zu berichten, dass er eine Nahtot-Erfahrung gemacht habe. Und das sogar zweimal in seinem Leben. Zunächst war ich überrascht, dass er auf dieses Thema überhaupt gekommen ist und mir dies erzählen wollte. Habe aber seinen Erzählfluss nicht unterbrochen.
Kurz und gut: er war Surfer und liebte es, so oft wie möglich diesem Hobby nachzugehen. Dabei ist er zweimal in die extreme Situation gekommen, von einer Welle so erfasst zu werden, dass er erst in letzter Sekunde wieder Luft holen konnte.
Was das bei ihm ausgelöst hat, hat er mir ausführlich geschildert.
Ich war beeindruckt, mit welcher Gelassenheit er davon erzählte – obwohl ich natürlich gemerkt habe, dass es ihm sehr wichtig war, diese Situationen überhaupt schildern zu können.
Anschließend habe ich ihm gespiegelt, wie ich ihn erlebt habe, als er von diesen Situationen gesprochen hat.

Und: was das aus meiner Sicht für seine Darstellung im Lebenslauf bedeutet.
Er hat in diesen Situationen extremen Überblick und Konzentrationsfähigkeit behalten. Auch beim zweiten Mal ist er nicht in Hysterie ausgebrochen, sondern hat das zwischenzeitlich Erlernte, wie er sich in solch einer Situation verhalten muss, souverän angewandt.

An dieser Stelle wird deutlich: jemand, der solche Erfahrungen gemacht hat, so souverän geblieben ist und heute mit so viel Abstand darauf schauen kann, hat großes Potenzial für eine Projektleiterstelle.
Das haben wir anschließend in seinen Lebenslauf eingearbeitet.

Was nicht überrascht: er hat die Stelle bekommen. Und zwar aufgrund seiner Offenheit und Klarheit gegenüber seiner eigenen Person und wegen seiner hohen Reflexionsfähigkeit.
Ja, er musste noch Handwerkszeug für eine Projektleitung erlernen, aber das hat er sich innerhalb kürzester Zeit angeeignet. Die viel schwieriger zu erlernenden Themen „Führung“ und „Stets-den-Überblick-behalten“ beherrschte er ja schon.

Ihnen wünsche ich viel Erfolg dabei, Ihre ganz individuellen Talente herauszuarbeiten!

Falls Sie mögen, schildern Sie doch Ihre Erfahrung mit dieser Vorgehensweise.

 

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Bildquelle: „Der Sprung“ von Burkard Vogt by pixelio.de

 

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4 Antworten auf „Tipps und Tricks, wie Sie Ihre (versteckten) Talente sichtbar machen!“

    1. Liebe Frau Wild!

      Herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung!
      Gerade beim Start ist es für mich wirklich wichtig, eine aufbauende Rückmeldung zu bekommen. Danke dafür, das tut mir gut :-)!
      Und schauen Sie gerne immer wieder mal vorbei.
      Den nächsten Artikel plane ich für die 2. Januarwoche.

      Herzliche Grüße
      Martina Frahn

  1. Liebe Martina,

    die Geschichte Ihres Kunden hat mich völlig in den Bann gezogen! Toll wie Sie daran deutlich, dass auch nicht-berufliche Lebenserfahrungen so ein wertvoller Baustein für die Bewerbung sein können!

    Eine schöne Weihnachtszeit!
    Tabea

    1. Liebe Tabea,

      herzlichen Dank für diese tolle Rückmeldung! Denn das hatte ich natürlich beabsichtigt und es freut mich sehr, wenn es dann auch gelingt.

      Und genau das ist es ja auch, dass viele Menschen ihre privaten und persönlichen Erfahrungen zu gering schätzen oder ganz simpel nicht erkennen.

      Herzliche Grüße und auch Ihnen ein angenehmes Weihnachtsfest!
      Martina Frahn

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