NEIN-Sagen, warum ist das nur oft so verdammt schwierig?

Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Artikel teilen!Share on FacebookShare on Google+Email this to someonePrint this page

Nein-Sagen will wirklich gelernt sein. Der ein oder andere mag dies belächeln, weil er diesen wichtigen Schritt bereits gegangen ist. Aber dennoch kann man immer wieder leicht in diese Falle tappen.

Wie mir dies gerade vorgestern passiert ist. Eine nett gemeinte Frage, „ob wir uns nicht treffen könnten“ – ich hatte dort keinen festen Termin in meinem Terminkalender – „nur“ meine eigentlichen, wichtigen täglichen Todo´s für meinen Online-Aufbau – und weil ich gut erzogen bin, habe ich – schwupp – zugesagt.

Im Nachhinein habe ich mich sehr geärgert. Denn wieder bin ich darauf hereingefallen, dass ich von einem anderen Menschen – hier ein geschäftlicher Kontakt, insofern natürlich wichtig für mich – überfahren wurde.

Für mich ist diese Reaktion eine Erfahrungs- und Erziehungssache. Ich gehöre schließlich auch noch zu der Generation, in der es selbstverständlich war, dass man sich trifft und zwar vor Ort, wenn man etwas besprechen möchte. Grundsätzlich ist das auch okay. Aber heute gibt es eben ganz andere Wege, sich persönlich auszutauschen.
Denn die Zeit, die ich damit verbringen muss, um an den verabredeten Ort zu kommen, kostet mich 2,5 Stunden. 2,5 Stunden, in denen ich unproduktiv bin. Die, ehrlich gesagt, verschwendet sind und logischerweise nicht mehr wiederkommen. Sie merken, ich schreibe mich gerade in Rage.

Aber, was mache ich nun damit. Ich mache mir die Situation deutlich. Lasse nochmals vor meinem geistigen Auge entstehen, was genau geschehen ist, was gesagt wurde und wo ich beim nächsten Mal ansetzen muss, um nicht JA zu sagen.

Mein Fazit:
Sollte dieser Geschäftskontakt wieder einmal um einen Termin bitten, werde ich
– zunächst nach der ganz genauen Zielsetzung fragen.
– denjenigen fragen, ob ein Online-Austausch nicht genauso sinnvoll wäre.
– demjenigen sagen, dass ich keine Zeit verschwenden möchte und mich gerne mit ihm austausche, gerne auch per Videokonferenz, wenn für ihn die persönlichere Austausch wichtig ist.
Und wenn das alles nicht hilft, bitte ich denjenigen, mir genau zu sagen, welchen Nutzen ich von diesem Vor-Ort-Termin habe und was finanziell dadurch für mich herausspringt.
Klar, das ist nicht einfach, denn das entspricht nicht meiner freundlichen und umgänglichen Erziehung. Aber in der Geschäftswelt gelten nun mal andere Regeln und die mache ich mir immer wieder bewusst.

So und nun zu Ihnen.
Damit Sie für sich mit dem Thema NEIN-Sagen auseinandersetzen können, habe ich mit einer sehr erfahrenen Kollegin – Brigitte Hettenkofer – ein Video erstellt, in dem wir Ihnen unsere Erfahrung gepaart mit konkreten Ratschlägen zur Verfügung stellen.
Dabei geht es einerseits um das tägliche NEIN-Sagen und von meiner Seite um das NEIN-Sagen im geschäftlichen Umfeld.
Viel Spaß dabei!

Wenn Sie mögen, geben Sie mir doch bitte eine Rückmeldung, wie Sie unsere Sichtweisen finden und ob Sie etwas damit anfangen können.

Herzliche Grüße

Ihre
Martina Frahn

Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Artikel teilen!Share on FacebookShare on Google+Email this to someonePrint this page

6 Antworten auf „NEIN-Sagen, warum ist das nur oft so verdammt schwierig?“

  1. Was für ein Thema… danke dafür, daß hier einmal offen angesprochen wird, daß viele Menschen Probleme mit dem Nein-Sagen habe, unter Anderem ich. Sich zu vergegenwärtigen, was einen ein nicht gesagtes Nein an Lebenszeit kostet, ist total wichtig. Und auch die Frage, was habe ich davon, wenn ich diese Zeit für diese Aufgabe verwende, ist nicht einfach, aber gerade im Geschäftsleben überlebensnotwendig. Ich werde jetzt öfter fragen, ob sich etwas auch „zeitsparender“ realisieren läßt…

    1. Liebe Susanne,

      danke, dass Dir der Artikel gefällt.
      Und Dein Hinweis, dass man sich immer wieder vergegenwärtigen soll, was ein nicht gesagtes NEIN an Lebenszeit kostet, stimmt absolut.
      Ein ehemaliger Kollege von mir hat immer wieder mal gesagt, wenn etwas nicht geklappt hat oder er etwas nicht wollte: „vertane Lebenszeit“. Und das stimmt auch für das zu wenig geäußerte NEIN-Sagen.
      In diesem Sinne: lasst uns auf unsere Lebenszeit achten :-)!

      Herzliche Grüße
      Martina

  2. Hallo Frau Frahn!

    Ich habe Sie gerade im Blog von Marit Alke „wiedererkannt“ 😉 Sie werden´s nicht glauben, ich hatte mal ein Vorstellungsgespräch „mit Ihnen“ bei Arcor…ist schon wirklich lange her..fast 20 Jahre…? 😉

    Schön, Sie hier wiederzusehen!

    Viele Grüße,

    peter reitz

    1. Hallo Herr Reitz,

      da scheine ich ja einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. 20 Jahre :-)!

      Es freut mich, dass Sie sich gemeldet haben. Wir haben ja doch größere Schnittmengen.

      Ihnen alles Gute und herzliche Grüße
      Martina Frahn

  3. Liebe Martina,

    ich kann das sehr gut nachvollziehen. Gerade eben habe ich erlebt, wie ich im Webinarraum auf Menschen gewartet habe, die ja gesagt hatten.

    Vielleicht hätten sie lieber nein sagen sollen. Für mich war das auch vertane Lebenszeit.

    Dennoch denke ich ein „Nein“ fällt uns manchmal sehr schwer. Schon vor vielen Jahren habe ich mich mit diesem Thema beschäftigt. Damals waren es meist die Sekretärinnen bzw. Assistentinnen von Führungskräften. Aus dieser Zeit stammt auch mein Blog-Beitrag Ein sanftes „Nein“. Wer mag, kann das gerne nachlesen.

    Wir gehen auf alle Fälle ehrlicher und offener um, wenn wir ein Nein sagen. Danke für diese Auffrischung.

    Judith Torma

    1. Liebe Judith,

      danke, dass Du Deine Erfahrung teilst!
      Gerade in abhängigen Situationen, die so deutlich sind wir bei Sekretärinnen und Assistentinnen, ist es sehr schwer, „NEIN“ zu sagen. Das geht oft nur, wenn die- oder derjenige sich mit der Zeit ein starkes Selbstbewusstsein aufbaut. Und das dauert.

      Herzlichst
      Martina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.