Was tun, wenn Sie gerade in der Midlife-Jobkrise stecken?

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Heidi Duda setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander, hat hier viel Erfahrung und gibt sie gerne weiter.

Ich freue mich sehr und danke ihr, dass sie in ihrem Gastbeitrag aufrüttelt und Mut macht, wie man auch jenseits der 45 selbstbewusst im richtigen Job landen kann.

Und ich danke Ihr, dass Sie nicht nur berichtet, sondern sogar eine Übung eingebaut hat, damit Sie sich und Ihre Situation besser reflektieren können.

Lesen Sie selber! Viel Spaß dabei!

Was tun, wenn Sie gerade in der Midlife- Jobkrise stecken?

„Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mich gar nicht erst beworben und die Stelle damals angenommen!“

Kommt Ihnen dieser Stoßseufzer bekannt vor?

Hängen Sie jetzt auch mittendrin und wissen nicht weiter?
Ja, die Jungen, die haben es einfach. Die machen nicht lange herum und suchen sich blitzschnell eine neue „Herausforderung“.

Love it or leave it, wie mal einer meiner ehemaligen Top-Manager im IT-Business nach einem Merger mit einem anderen Unternehmen charmanterweise formulierte.

Entweder du liebst deinen Job oder du gehst besser.

Wenn da nicht die 1000 Gründe wären, die einem diesen Weg mit über 45 so verdammt schwer machen würden.

Da ist die Verantwortung für die Familie.

Die finanziellen Verpflichtungen, die mit genau der aktuellen Gehaltshöhe kalkuliert eingegangen wurden, sodass man sich einen schlechter bezahlten, aber spaßigeren Job einfach nicht leisten kann.

Die im Alter immer geringer werdende Flexibilität, was das Reisen und vor allem die Zeit für Überstunden am Wochenende angeht.

Das eine oder andere Zipperlein oder auch eine handfeste Krankheit, die sich schon bemerkbar gemacht hat.

Und vielleicht können Sie als Alleinerziehende nur Teilzeit arbeiten.

Oder Sie wollen gar nicht mehr Vollzeit arbeiten, weil Ihnen Ihr Hobby sehr wichtig geworden ist.

Welcher Arbeitgeber tut sich sowas eigentlich an?

Also lassen wir es besser gleich und probieren gar nicht erst, diese Vermutungen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

Und haben wir nicht alle schon einmal von ehemals gut situierten Managern gehört, die schon so lange einen neuen Job suchen und nix finden können?

Also machen wir so weiter. Geht ja doch irgendwie. Lustlos, bockig, übelst gelaunt. Uns und unserer Umwelt mit unserem Frust das Leben versauernd.

Oh, das kenne ich nur zu gut!

Allerdings: Glauben Sie etwa, das hilft Ihnen weiter? Einfach wie Vogel Strauß den Kopf in den Sand stecken und nichts tun, weil Sie hoffen, so den Status Quo bewahren zu können?

Großer Irrtum!

Wie kommen Sie darauf zu denken, dass sich so nichts noch mehr zum Nachteil für Sie verändern wird?

Wieso glauben Sie, dass Ihr Partner ewig und drei Tage bei Ihnen bleiben wird, wenn Sie so unzufrieden sind und den Frust nur zu Hause bei ihm und den Kindern ablassen können, weil Sie im Job ständig damit beschäftigt sind, die Zähne zusammen zu beißen?

Warum glauben Sie, dass die Qualität Ihrer Arbeit schon nicht darunter leiden wird, wenn Sie keine Lust mehr auf den Job haben?

Wieso glauben Sie um Himmels Willen, dass Ihr Arbeitgeber Sie schon behalten wird, wenn Sie nur die Füße still halten?

Um ganz deutlich zu werden: Wenn Sie so weiter machen riskieren Sie eine weitaus größere Lebenskrise als die Midlife-Jobkrise, in der Sie jetzt gerade stecken mögen.

Achtung Binsenweisheit: Es gibt keine Sicherheiten im Leben

Es sei denn, Sie erleben sich als die Handelnde. Ja, Sie haben es selbst in der Hand, schwierige Situationen mit einem Tun zu beantworten.

Darf ich Sie zu einem Experiment einladen?

Ich möchte Ihnen nämlich eine Brainstorming-Technik vorstellen, die Sie zu Hause in aller Ruhe einmal ausprobieren können. Die Ihnen hilft, den Ansatz einer Lösung zu finden.

Vielleicht werden Sie am Ende feststellen, dass Sie nicht alles allein schaffen können. Dann suchen Sie sich Hilfe. Dazu weiter unten mehr.

Sie haben hier zwei Möglichkeiten:

Sie können analog (auf Papier) oder digital (am Rechner oder Tablet-PC mit Hilfe eines Brainstorming-Tools) arbeiten.

Ich nutze beide Optionen gleich gern – manchmal geht es mit der Hand schneller und unkomplizierter.

Dafür kann man ein digitales Ergebnis immer wieder erweitern und ergänzen, das kann analog schnell zu einem unleserlichen Gekritzel werden.

Legen wir los:

  1. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und schreiben in die Mitte „Ich glaube, dass…“ Umkringeln Sie diesen Anfang wie eine Wolke oder malen Sie einen Kreis herum.
  2. Dann zeichnen Sie rundherum Linien von dieser Mitte weg (ähnlich wie Sonnenstrahlen). Auf jede Linie kommt ein Aspekt, den Sie glauben, wenn Sie an Ihre jetzige Jobsituation und Ihrem Wunsch nach Veränderung denken. Grübeln Sie nicht lange nach, schreiben Sie einfach alles nacheinander auf, was Ihnen durch den Kopf schießt. Setzen Sie sich am besten ein Zeitlimit von ca. 10 Minuten.
  3. Als nächstes stellen Sie sich vor, Sie sind Coach (wenn Sie bislang noch nie gecoacht wurden, dann stellen Sie sich Ihren idealen Coach vor; oder die allerbeste Freundin oder Tante oder ein souveräner, Ihnen sehr wohlwollender Bekannter). Sie nehmen ein zweites Blatt Papier und schreiben in die Mitte „Ich denke, dass du … kannst“.
  4. Jetzt legen Sie das andere Blatt daneben und stellen sich vor, was dieser Coach zu jedem Ihrer einzelnen Punkte entgegnen würde.

Denken Sie daran: Ein Coach ermutigt Sie.

Er will Sie nicht klein machen oder klein halten.

Er lächelt Sie an, nickt Ihnen aufmunternd zu und drückt mit seiner ganzen Art aus: Sie sind und können mehr als Sie denken!

Schlüpfen Sie in die Haut Ihres Coaches, schauen Sie mit seinen Augen auf Ihr Blatt Papier, was Sie zuerst gemalt haben.

An manchen Stellen werden Sie das Gefühl haben, mehr schreiben zu müssen.

Schreiben Sie alles auf, damit Sie nichts vergessen.

  1. Es wird automatisch so sein, dass Sie aus dem, was Ihr innerer Coach „sagt“, Ideen für Ihr Tun entwickeln können. Fassen Sie zum Schluss Ihre nächsten Schritte auf einem separaten Blatt nochmals zusammen.
  2. Am besten setzen Sie sich gleich Fristen und tragen diese in Ihre Todo-Liste ein. Falls Sie überhaupt keine Idee haben, wie diese Brainstorming-Bilder aussehen könnten, dann habe ich hier ein Beispiel für Sie.
  3. Jetzt geht es um die Umsetzung. Schauen Sie sich die nächsten Schritte ganz genau noch einmal an. Haben Sie bei dem einen oder anderen Punkt schon eine konkrete Idee, wie Sie es angehen werden? Oder spüren Sie irgendwo ein Bauchgrummeln? Weil Sie das noch nie zuvor gemacht haben und gar nicht wissen, wo Sie anfangen sollen?

Es gibt im Internet schon eine Reihe von Tipps und Tricks rund um das Thema Jobsuche, falls Sie sich selbst reinfuchsen wollen.

Wenn Sie allerdings die Zeit nicht haben, dann suchen Sie sich einen Profi, der Sie durch diesen Schritt leitet. Ein virtueller Jobcoach wie Martina Frahn zum Beispiel 😉

Oder Sie stellen fest, dass Sie nicht mehr als Angestellte/r arbeiten und einem lang gehegten Wunsch nach einem eigenen Business endlich nachgehen möchten. In diesem Fall gibt es einige sehr gute Coaches, die Sie bei der Hand nehmen und Ihnen helfen können, den Ausstieg strukturiert, strategisch und professionell zu planen und durchzuführen.

Für Mütter empfehle ich zum Beispiel Sandra Heim (Mamarevolution.de), für Frauen – auch ohne Kinder – Mara Stix und für Männer und Frauen gleichermaßen kann ich Markus Cerenak empfehlen. Jeder von diesen drei Coaches hat einen eigenen Blog, damit können Sie sich schon ein erstes Bild machen, ohne auch nur einen Euro ausgeben zu müssen.

Klar, ein echtes Coaching kostet dann auch, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es das Geld dreimal wert ist: Wenn Sie nämlich danach zufrieden und glücklich eine neue Aufgabe haben, die Ihrer Berufung entspricht, und Sie Ihre Fähigkeiten am besten zum Strahlen bringen können. Und Ihr Umfeld gleich mit dazu.

Was hält Sie jetzt noch davon ab, gleich sofort mein Experiment von oben auszuprobieren und loszulegen? Ihre Zukunft startet jetzt…

Ich freue mich über Ihren Kommentar, wenn Sie es gewagt haben!

Viel Erfolg wünscht Ihnen herzlichst

Heidi Duda

Heidi Duda - Midlife-Boom.de

Heidi Duda ist Coach und hilft auf Midlife-Boom.de getrennten Eltern über 45, wie sie am besten die Krisen in der Lebensmitte überwinden können, damit es ihnen und somit ihren Kindern gut geht.

 

 

Foto: stocksnap.io, DesignCue

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