Burnout – nichts für mich oder doch?

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Tja. Schon wieder so ein Artikel zu diesem Thema.
Haben wir das nicht in den letzten Jahren zur Genüge gehört?
Irgendwie ein ausgelutschtes Thema.

Ja? Ist das so?

Sind Sie denn sicher, dass Sie nicht gefährdet sind?

Wissen Sie, wie Sie damit umgehen können?

Schaffen Sie es, sich aus Ihrer andauernden Überlastung auszuklinken?

Haben Sie noch ausreichend viele, wohlwollende Bekannte, Freunde und eine Familie, die mit Ihrer Unzufriedenheit und vielleicht sogar Erschöpfung umgehen kann?

Menschen, die sich einem Burnout nähern, können das alles nicht mehr einschätzen. Sie sind meist Leistungsträger und es gewohnt, am Limit zu arbeiten, ständig parat und leistungsfähig zu sein.

Mir erging es genauso. 2009 war der Höhepunkt. Da hatte ich mich schon über viele Jahre konsequent in diese Situation gebracht. Eifrig daran gearbeitet, nicht mehr funktionieren zu können, damit ich mich endlich der Chance stellen konnte, wirklich im Leben anzukommen. Wirklich MEIN Leben zu leben.

Natürlich hat sich viele Jahre vorher etwas zusammengebraut:

  • unfaires Verhalten im Unternehmen
  • starker Konkurrenzdruck unter Kollegen
  • Ausnutzen meines Vertrauens und meiner Ehrlichkeit
  • Immer weniger soziale Kontakte
  • Unfähigkeit, mich richtig abzugrenzen
  • Und vieles mehr.

Ich war kein armes Schaf, über das die schreckliche Situation einfach so hereingebrochen ist. Ich hatte da meinen festen Anteil.

Was mir aber nicht klar war: es kann jeden – und zwar wirklich jeden treffen. Das hat nichts mit genetischer Veranlagung zu tun oder mit mangelnder Leistungsfähigkeit oder gar mit fehlender Belastbarkeit.
Es ist ein Ausdruck dessen, dass der Körper nicht mehr kann. Dass die Seele nicht mehr will. Dass Sie nicht nach Ihrem Werteschema leben.

Viele Jahre habe ich deshalb am Limit funktioniert.
Die Arbeit hat mir keinen Spaß gemacht. Ich habe auch Ihren Sinn nicht gesehen.

Ich habe meinen Kollegen und Mitarbeitern vertraut. Was gerne genommen – aber auch gerne ausgenutzt wurde. Heute ist mir das total peinlich. Heute habe ich aber auch gelernt, mich abzugrenzen.

Ich habe übrigens super viel gelernt in den 3,5 Monaten in der Klinik und den 3 Jahren der Genesung danach. So merkwürdig es klingt. Diese Zeit war absolut richtig und wichtig für mich. Sie hat es mir ermöglicht, in meinem Leben anzukommen und ausgeglichen und zufrieden zu leben.

Das spüren übrigens auch meine Kundinnen. Denn ihnen kann ich viel von meinem Wissen und meiner Erfahrung weitergeben.

Wie ich diese Zeit erlebt habe und wie ich die Situation in den Griff bekommen habe, habe ich dem Podcaster und Coach Thomas Reining – „Gute Führung braucht Gespür“ – in einem Interview erzählt.
Thomas veröffentlicht Inhalte, die helfen, den Führungsalltag in den Griff zu bekommen. Es lohnt sich, in seinen Podcast einmal hereinzuhören.

Nach dem Hören der Episode werden Sie feststellen, dass ich heute mit sehr viel Abstand auf die damalige Situation blicken kann. Aber auch mit Wohlwollen und Sicherheit, dass es mir heute nicht mehr passieren würde.

Was könnte nun Ihnen dabei helfen?
Zunächst einmal eine Buchempfehlung von:

Burnout – Wenn die Maske zerbricht – Wie man Überbelastung erkennt und neue Wege geht
Dr. Manfred Nelting
mosaik
ISBN 978-3-442-39193-6

Dr. Nelting setzt sich in angenehmer Sprache mit dem Thema Burnout auseinander. Er beschreibt, wie es dazu kommen kann, wie Menschen damit umgehen, was man tun und wie es hinterher weitergehen kann. Ich kann es jedem empfehlen, der sich ernsthaft damit auseinandersetzen will.

Nun sind ja Texte dann auch wieder schön, um sie zur Seite zu legen und zu sagen: „Ja, ja. Das klingt schon einleuchtend. Aber bei mir ist das noch lange nicht so weit. Ich schaffe das auf jeden Fall.“

Herzlichen Glückwunsch! Genauso werden Sie es nie schaffen.

Hören Sie auf die Stimmen von außen!

Suchen Sie Kontakt zu Burnout-Bewältigern! Die hören anders zu und geben Tipps, wie Sie es schaffen könn-t-en.

Nehmen Sie es ernst, wenn Ihr Arzt sagt: „Sie sollten mal dringend eine Auszeit nehmen. Das halten Sie nicht mehr lange durch.“

Und sollten Ihre Freunde und Ihre Familie sagen: „Du bist echt nicht mehr auszuhalten. Sei doch nicht immer so negativ.“ (oder) „Komm doch mal runter.“ (oder) „Du bist überhaupt nicht mehr ansprechbar.“, dann nehmen Sie das ernst.
Das sagen die nicht einfach aus purer Lust an der Provokation. Sie fühlen sich in Ihrer Gegenwart unwohl und wollen Ihnen trotzdem helfen.

Es lässt sich noch viel zu diesem Thema schreiben.
Aber ich will die Möglichkeit gar nicht überziehen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Sie aufgerüttelt hätte. Wenn Sie anfingen, mit Abstand auf Ihre Situation zu schauen.

Oder, wenn Sie selber gar nicht betroffen sind, Sie aber Kollegen, Freunde oder Familie haben, denen es möglicherweise so geht, diesen Artikel weiterleiten. Dass sie – vor allem auch über das Hören der Podcast-Episode – merken, dass man die Situation absolut hinter sich lassen kann und zufrieden sein Leben bestreiten kann.

Wie sehen Sie die Situation? Haben Sie ähnliche Erfahrung?
Ich würde mich sehr über einen Kommentar freuen und gerne mit Ihnen ins Gespräch kommen!

Herzliche Grüße

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